Keynote: Die Kraft der „Heiligen Flüche“

Frau in angespannter Teamsituation am Arbeitsplatz, kurz vor einer emotionalen Reaktion, während Kolleginnen und Kollegen im Hintergrund stehen.

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Warum emotionale Ehrlichkeit dein Team stärkt

Wir alle kennen diese Momente im Projektalltag: Die Deadline rückt näher, die Technik streikt oder die Abstimmung im Team läuft schief. In solchen Augenblicken ist ein höfliches „Das ist jetzt aber ungünstig“ oft einfach nicht ehrlich genug. Die Frage ist also nicht, ob Frust, Wut oder Überforderung da sind. Die Frage ist: Wie gehen wir damit um?

Wenn Ärger keinen guten Ausdruck findet

Wut ist nicht das Problem. Sie ist eine lebendige Energie und zeigt uns im besten Fall, dass eine Grenze erreicht ist, dass etwas nicht stimmt oder dass gerade zu viel gleichzeitig auf dem System lastet. Problematisch wird es dann, wenn diese Energie entweder unterdrückt wird oder sich in abwertender, verletzender Sprache entlädt.

Gerade im Arbeitskontext passiert dann oft eines von zwei Dingen:
Entweder Menschen schlucken ihren Ärger herunter und werden innerlich zynisch. Oder sie lassen Druck über Sprache ab, die beschämt, entwürdigt oder unnötig aggressiv wirkt.

Beides schadet Teams. Denn Zusammenarbeit wird nicht dadurch stark, dass niemand etwas fühlt. Sie wird stark, wenn Gefühle klar benannt und reguliert werden können, ohne dass Respekt verloren geht.

Die Idee: Ausdruck ja, Entwürdigung nein

Interessanterweise zeigt die Forschung, dass Fluchen durchaus eine Funktion haben kann. Unter bestimmten Bedingungen kann es helfen, Schmerz subjektiv geringer zu erleben und Druck abzubauen. Außerdem hat Fluchen nicht nur aggressive, sondern auch emotionale, rhetorische und soziale Funktionen.

Für Unternehmen heißt das: Die entscheidende Frage ist nicht, ob es innerlich auch mal kracht. Die wichtigere Frage ist, wie ein Team mit Spannung, Frust und Überforderung umgeht.

Hier setze ich mit dem Bild der heiligen Flüche an: Es geht darum, der Energie Raum zu geben, ohne Menschen abzuwerten. Es geht also um echten Ausdruck statt um toxische Entladung.

Das Heilige Fluch-Protokoll für den Arbeitsplatz

Statt Frust in klassische Beleidigungen zu kippen, kann ein Team mit humorvollen, selbst erfundenen Kraftwörtern arbeiten. Das wirkt auf den ersten Blick schräg, hat aber drei Vorteile: Es erlaubt Ausdruck, senkt Spannung und schützt gleichzeitig die Würde aller Beteiligten.

Zum Beispiel:

  1. Krapux! – wenn das System genau im falschen Moment abstürzt.
  2. Zorx! – wenn sich Ärger im Raum staut und alle ihn merken.
  3. Smuxy Mumpf! – wenn nur noch ungläubiges Kopfschütteln übrig ist.

Was das im Team bewirken kann

Entlastung:
Druck bekommt ein Ventil, statt sich im Körper oder in der Stimmung festzusetzen.

Humor:
Die Absurdität solcher Begriffe kann Spannungen unterbrechen und Menschen wieder in Kontakt bringen.

Kultur:
Es entsteht eine Kultur, in der Gefühle da sein dürfen, ohne dass Respekt und Zusammenarbeit verloren gehen.

Selbstregulation:
Menschen lernen, starke Gefühle nicht wegzudrücken, sondern bewusst zu kanalisieren.

Ehrliche Sprache stärkt Zusammenarbeit

Gesunde Teamkultur entsteht nicht dort, wo alle geschniegelt freundlich bleiben, obwohl innerlich längst alles kocht. Sie entsteht dort, wo Menschen ehrlich sein dürfen und gleichzeitig verantwortlich mit ihrer Wirkung umgehen.

Emotionale Ehrlichkeit heißt nicht, alles ungefiltert abzuladen. Sie heißt: klar sein, echt sein und Spannung so ausdrücken, dass Zusammenarbeit möglich bleibt.

In diesem Sinne: Wenn es das nächste Mal im Projekt brennt, gönnt euch ruhig mal ein herzliches: Krapux.

Lust, eure Teamkultur ehrlicher, klarer und lebendiger zu gestalten?

Ich begleite Teams und Führung dabei, Spannung, Frust und Konflikte nicht zu verdrängen, sondern so auszudrücken, dass Respekt und Zusammenarbeit erhalten bleiben. Für eine Beziehungskultur, die echt ist statt geschniegelt. In Workshops, Keynotes und Beratungen.



Bildnachweis Beitragsbild: Shutterstock/ DC Studio


Tanja Richter - ein Portrait

Über die Autorin:

Tanja Richter begleitet seit vielen Jahren Menschen auf ihrem inneren Weg und unterstützt Menschen, die selbst mit Menschen arbeiten, dabei, Begleitung traumasensibel, nervensystemfreundlich und beziehungsorientiert zu gestalten.

Sie verbindet aktuelles Wissen zu Nervensystem und Trauma mit schamanisch-spiritueller Erfahrung und einer klaren, bodenständigen Praxis, die im echten Alltag trägt – auch dann, wenn es schwierig wird.

Erfahre mehr über Tanja Richter und ihre Angebote für Menschen, die andere Menschen professionell begleiten …

Es grüßt dich herzlich

Tanja Richter



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