Wenn alles wankt: Orientierung in einer spirituellen Krise

Hand hält einen goldenen Kompass als Symbol für Orientierung in einer Krise.

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Ein Beitrag für jene, die sich verloren fühlen und dabei vielleicht zum ersten Mal ganz bei sich ankommen.

Hinweis vorab
(für Orientierung, Sicherheit und Erdung beim Lesen)

In diesem Text spreche ich an manchen Stellen in Bildern, zum Beispiel von „Hingabe“, „innerem Sterben“ oder einer „dunklen Nacht der Seele“. Diese Begriffe sind Metaphern für innere Veränderungsprozesse, keine wörtlichen Zustände. Du bestimmst jederzeit selbst, was dir guttut und was du für dich stehenlässt.

Dieser Beitrag ersetzt keine Diagnostik oder Therapie. Er soll dir Orientierung geben, damit du gute nächste Schritte finden kannst.

Wenn du dich gerade sehr unsicher fühlst, starke Angst hast, kaum schläfst oder das Gefühl hast, völlig den Boden zu verlieren: Hol dir bitte Unterstützung. Das ist kein Scheitern, sondern Fürsorge.

Schnelle Hilfe im Notfall:

Und falls du beim Lesen merkst, dass dich etwas überfordert: Pause. Trink ein Glas Wasser. Stell die Füße auf den Boden. Atme langsam aus. Schau für ein paar Minuten aus dem Fenster oder ins Zimmer.

Du kannst diesen Text jederzeit unterbrechen. Nimm dir nur das mit, was dich stärkt.

Wenn das Leben zusammenbricht

Es beginnt oft leise. Oder mit einem Knall. Plötzlich funktioniert vieles nicht mehr: der Job, die Beziehung, das Selbstbild. Das Leben, wie du es kanntest, gerät ins Wanken. Du fühlst dich leer und haltlos. Vielleicht hast du Angst, den Boden zu verlieren.

Und doch spürst du da etwas: Das hier ist nicht einfach nur ein Ende. Vielleicht ist es auch ein Anfang.

Manche nennen so etwas spirituelles Erwachen. Ich nenne es lieber eine Schwellenzeit: ein innerer Umbruch, der psychologisch sein kann und sich für manche Menschen auch spirituell anfühlt. Schwellenzeit heißt: Das Alte trägt nicht mehr, und das Neue ist noch nicht da.

Ich bin nicht erwacht

Wenn du gerade sehr überfordert bist: spring direkt zur Ampel.

Viele nennen solche Umbrüche „Erwachen“. Ich verstehe, warum. Ich benutze das Wort trotzdem nur, wenn ich meine, dass ich aus meinem tatsächlichen Schlaf aufgewacht bin, dösig in die Küche tapere und mir einen Kaffee mache. Denn das Wort „Erwachen“ bringt mehrere Implikationen mit sich, die ich tendenziell problematisch finde:

  1. Es verspricht oft den großen Knall.
    Am Anfang meines Weges habe ich auf den einen Moment gehofft, der dann alles schön macht. Irgendwann habe ich verstanden: Den einen Knall gibt es ganz offensichtlich nicht. Es gibt Schritte, die sich knallartig anfühlen können, weil es große Schritte sind, aber es sind eben trotzdem Schritte. Und mit jedem Schritt werde und wurde ich klarer und mein Leben dadurch deutlich schöner.
  2. Es baut schnell eine Hierarchie.
    „Wach“ klingt nach „besser“. Und „schlafend“ klingt nach „weniger wert“. Das fühlt sich für mich nicht stimmig an, sondern eher nach Abwehr und Arroganz im spirituellen Gewand. Ich mag diese Hierarchie nicht. Sie hilft niemandem.
  3. Es macht Sprache oft neblig und damit missbrauchsanfällig.
    In spirituellen Räumen werden Worte manchmal benutzt, ohne sie einzugrenzen und zu definieren. Jede*r nutzt ein Wort und packt all seine Vorstellungen und Erfahrungen hinein. Das ist menschlich, aber nicht hilfreich. So kann Sprache zur Nebelmaschine werden und manchmal sogar zur Selbstwert-Waffe. Ich mag Klarheit. Deshalb benenne ich lieber, was ich konkret meine.

Ich erlebe mein Leben wie eine Kurve mit Wellen: hoch und runter, manchmal mit großen Ausschlägen. Und doch führt sie insgesamt deutlich nach oben.

Wenn ich vom EinSein ausgehe, ergibt eine innere Rangordnung für mich ohnehin keinen Sinn. In einem Ganzen, das unendlich ist, gibt es kein echtes Oben und Unten. Es gibt kein Ziel „da oben“, weil Unendlichkeit nicht in eine Richtung zeigt, sondern in alle. Es gibt Unterschiede, aber nicht als Rangordnung. Eher wie verschiedene Orte innerhalb desselben Ganzen.

Man kann in Bayern leben und in den Bergen zu Hause sein. Oder im Norden am Meer. Beides sind echte Welten mit eigenen Qualitäten. Für manche Menschen sind Berge Heimat, für andere das Meer. Und beides ist nicht besser oder schlechter als das andere.

So empfinde ich es auch im Großen: Menschen bewegen sich in unterschiedlichen inneren Räumen, mit unterschiedlichen Glaubenssätzen und Erfahrungen.

Auch Menschen, die in sehr harten inneren Räumen leben, machen mich nicht „besser“. Ich habe andere Vorlieben. Ich will nicht in Härte leben. Also wähle ich Frieden. Das heißt nicht, dass ich Härte gutheiße. Es heißt nur: Ich muss mich nicht über andere stellen, um klar zu wählen, wofür ich gehe.

Bei all dieser inneren Entwicklung interessiert mich nicht, „wer weiter ist“, sondern ganz praktische Fragen: Werde ich wahrhaftiger? Werde ich beziehungsfähiger? Kann ich Verantwortung übernehmen, ohne mich zu verlassen? Wird mein Herz wärmer und mein Blick klarer? Flüchte ich ins Licht oder bringe ich „das Licht“ hierher auf den Boden, auf die Erde? Das ist keine Leiter. Das ist eine Richtung.

Deutung ist frei – Sicherheit geht vor

Manche Erfahrungen fühlen sich spirituell an, andere psychologisch und oft ist es beides. Ich kann und will dir nicht sagen, was es „objektiv“ ist. Was ich dir geben kann, ist ein Sicherheitsrahmen.

Spirituelle Krise oder psychische Krise?

Manchmal ist es hilfreich, dir zu erlauben, dass beides gleichzeitig wahr sein darf: Du kannst etwas als spirituell erleben, und dein Nervensystem kann trotzdem in Alarm sein. Das eine macht das andere nicht „unwahr“. Es sind oft zwei verschiedene Sprachen für denselben inneren Umbruch.

Du kannst dein Erleben selbstverständlich spirituell deuten und empfinden. Und gleichzeitig lohnt es sich, eine zweite Frage dazuzunehmen:

Wie wirkt es auf dich, deinen Körper, deinen Alltag, dein Gefühl von Freiheit?

Eine einfache Ampel zur Orientierung (keine Diagnose)

GRÜN – eher integrierbar:

  • Du bleibst orientiert (Zeit, Ort, Alltag).
  • Du kannst dein Erleben beobachten („Ich erlebe das gerade“) und dich innerlich regulieren (atmen, essen, duschen, rausgehen).
  • Du findest Rückversicherung, die dich stabilisiert: durch einen Menschen oder schriftlich oder über den Körper (Spaziergang, atmen, Hände waschen, Tee, Fenster) und du kannst es benennen oder aufschreiben.
  • Das Erleben führt – trotz Wellen – eher zu mehr Weite, Klarheit, Selbstfürsorge als zu Enge und dauerhafter Angst.

GELB – Unterstützung kann sehr entlasten:

  • Angst und Stress steigen deutlich, du wirst unsicher oder ziehst dich zurück.
  • Schlaf, Essen oder Alltag kippen weg.
  • Du brauchst einen sicheren Rahmen, hast ihn aber gerade nicht (z. B. aus Angst vor Abwertung).

ROT – bitte hol dir zeitnah Hilfe:

  • Bedrohliche Wahrnehmungen nehmen zu oder reißen dich aus dem Alltag und du fühlst dich nicht mehr sicher oder nicht mehr orientiert.
  • Du bist stark getrieben, extrem übermüdet oder tagelang ohne Schlaf. Schlafentzug kann Wahrnehmung massiv verändern.
  • Es gibt Druck in Richtung Selbstschädigung oder riskante Handlungen. Wenn du unsicher bist: Hol dir Unterstützung.

Wenn du Hilfe suchst und nicht weißt, was du sagen sollst, kannst du dich an diesem Satz entlanghangeln: „Ich bin gerade in einer Krise. Ich habe Angst / ich schlafe kaum / ich fühle mich nicht sicher / ich habe bedrohliche Wahrnehmungen. Ich brauche Unterstützung und eine Einschätzung, was jetzt sinnvoll ist.“

Die 24-Stunden-Regel

Bei „dringlichen Botschaften“ oder inneren Schüben triff keine großen Entscheidungen im Ausnahmezustand. Erst essen, schlafen, erden, mit einem Menschen sprechen, und dann nochmal prüfen.

Was ist ein innerer Umbruch wirklich?

Es ist keine romantische Licht-und-Liebe-Erleuchtung, sondern ein tiefes Erkennen: Das, was du für dich gehalten hast, fühlt sich plötzlich nicht mehr wie das Ganze an.

Die meisten Menschen tragen ein Selbstbild in sich, ohne es je bewusst gewählt zu haben. Solange das Leben funktioniert, bleibt es im Hintergrund. Erst wenn etwas wankt, wird sichtbar, wie sehr wir uns an diese Geschichte gebunden haben.

In einer Schwellenzeit kann sich das anfühlen wie ein Sterben der alten Ich-Identität: Geschichten zerbrechen, Masken fallen, Konzepte verlieren ihre Macht. Es ist ein Ent-Täuschungsprozess: Illusionen fallen weg – manchmal sanft, manchmal schmerzhaft.

Und darunter öffnet sich ein Raum: das Authentische in dir und deine Freiheit, dich immer wieder neu auszurichten.

Es geht nicht nur darum, zu verstehen. Es geht vor allem darum, dich bis in die Tiefe kennenzulernen. So kannst du begreifen, woher frühere – und vielleicht inzwischen untaugliche – Entscheidungen kamen. Wenn du das weißt, kannst du hier und jetzt wählen, wer du sein möchtest. Und zuletzt geht es darum, das Neue in dein Leben zu integrieren und zu verkörpern. Das ist pure Schöpferkraft, egal, ob du es psychologisch oder spirituell nennst.

Ein innerer Umbruch findet nicht nur in deinen Gedanken statt, sondern auch in deinen Gefühlen, in deinem Körper, in deinem Atem, in deiner Art zu handeln. Es geht nicht nur um eine Idee, sondern um eine Verkörperung. Und die braucht Zeit, Geduld und Mut.

Das alles verläuft nicht linear. Es gibt Wellen, Rückzüge, Rückfälle, Pausen. Auch das gehört dazu, wie bei jeder Geburt.

Wenn alles zusammenbricht: Symptome und Zeichen

Viele erleben in so einer Schwellenzeit einige dieser Anzeichen – nicht alle, nicht immer und nicht in einer festen Reihenfolge:

  • Tiefe Sinnkrisen
  • Leere, Müdigkeit, Orientierungslosigkeit
  • Das Gefühl, sich selbst nicht mehr zu kennen („Ich weiß nicht mehr, wer ich bin“)
  • Zusammenbruch äußerer Strukturen: Job, Beziehung, Gesundheit
  • Emotionale Wellen: Trauer, Wut, Angst, Euphorie, Stille
  • Intensive Träume, feine Wahrnehmungen, ungewohnte Eindrücke
  • Rückzug oder das Gefühl von Isolation, manchmal auch das starke Bedürfnis nach Ruhe

Hinweis:

Manches davon kann auch mit Depression, Trauma-Folgen, Angstzuständen oder anderen Krisen zusammenhängen.

Wenn du dich hier wiedererkennst und dich dabei nicht sicher fühlst: orientier dich an der Ampel weiter oben.

So kannst du solche Stimmen oder Eindrücke einordnen: Machen sie dich freier, stabiler und liebevoller oder ängstlicher, getriebener und unsicher? Geben sie Möglichkeiten oder machen sie Druck? Wenn du unsicher bist: hol dir Unterstützung.

Hingabe als inneres Halten

Ich kenne dieses Gefühl, nicht mehr zu wissen, wer ich bin. Es war und ist Teil meines Weges und bisher bin ich immer mal wieder nach einigen Jahren Entwicklung in einen solchen Zustand gekommen. Es ist äußerst unangenehm und kann zutiefst verunsichern.

Ich selbst bin es inzwischen gewohnt und habe trainiert, mit solchen Zuständen umzugehen. Mir hilft dabei eine radikale Form von Hingabe: die Bereitschaft, jede Kontrolle über den inneren Prozess loszulassen. Nicht, weil ich „aufgebe“, sondern weil jeder Versuch zu steuern mich nur wieder in alte Muster zurückzieht.

Wenn ich „Hingabe“ sage, meine ich dabei nicht Selbstaufgabe und auch keine Hingabe an irgendeine Person oder Autorität. Ich meine Hingabe an mich selbst: an das, was in mir gerade wirklich geschieht, und an den nächsten guten Schritt.

Ich höre auf, gegen den inneren Prozess zu kämpfen, und halte mich gleichzeitig im Leben. Ich esse. Ich dusche. Ich gehe ans Fenster. Ich bitte um Hilfe. Ich mache den nächsten Schritt. Das Drinnen darf ungeordnet sein und trotzdem darf mein Alltag einen Rahmen haben. Hingabe ist dann kein Fallenlassen, sondern ein inneres Halten: liebevoll, klar und Schritt für Schritt.

Wenn ich innerlich die Erlaubnis gebe, dass sich alles verändern darf, wirklich alles, können das Leben selbst und meine eigenen inneren Kräfte freier wirken. Teile von mir dürfen sterben: Rollen, Selbstbilder, Sicherheiten. Und genau dadurch kann sich in mir etwas neu ordnen und an seinen derzeit passenden Platz fallen.

Und ja: Wenn in mir etwas stirbt, verändert sich oft auch im Außen etwas. Das ist unbequem. Ein Umbruch ist unbequem. Je klarer uns das ist und je tiefer wir uns darauf einlassen können, desto fließender kann der Übergang werden.

Und nein: Das fühlt sich nicht schön an. Innen Chaos zuzulassen und außen trotzdem weiter für den Körper zu sorgen: essen, duschen, atmen, einen Schritt vor die Tür. Das ist oft nicht „heilsam-romantisch“, sondern einfach mühsam. Ich halte das nicht, weil es Spaß macht, sondern weil ich gelernt habe: Wenn ich den Widerstand lasse und mich im Leben halte, ordnet sich etwas nach und nach. Nicht sofort. Nicht linear. Aber spürbar.

Für mich geht es im Leben nicht um Dauerschön, sondern um Wahrhaftigkeit und daraus wächst mit der Zeit auch mehr Schönheit.

Ein Hinweis zu „radikaler Hingabe“

Radikale Hingabe braucht innere und/oder äußere Sicherheit. Sicherheit heißt hier nicht, dass alles stabil ist – in einer Schwellenzeit ist selten etwas stabil. Sicherheit heißt: Ich bin nicht akut in Gefahr, ich habe im Hier und Jetzt irgendeinen Halt, und ich kann den nächsten kleinen Schritt gehen.

Äußere Sicherheit kann ein Mensch sein, ein Ort, ein klarer Rahmen oder professionelle Unterstützung. Nach belastenden Erfahrungen kann es sinnvoll sein, zuerst zu stabilisieren, statt sofort in die Tiefe zu gehen.

Hingabe bedeutet nicht, Warnzeichen zu übergehen. Sie bedeutet, aufzuhören, gegen das zu kämpfen, was gerade da ist – und dich dabei im Leben zu halten: essen, schlafen, atmen, Hilfe holen, wenn nötig.

Wenn du unsicher bist, wähle immer die sichere Variante: erst Stabilisierung, dann Tiefe.

Du bist nicht allein

Was, wenn du nicht kaputt bist, sondern verständlich reagierst?
Was, wenn das Chaos nicht dein Scheitern ist, sondern der Ruf nach deiner Wahrheit?
Was, wenn du dich gerade an etwas erinnerst, das du lange überhört hast?

Du bist nicht allein. Viele Menschen gehen durch solche Schwellenzeiten. Sie tun es leise oder laut, sichtbar oder verborgen. Und auch wenn es sich manchmal so anfühlt: Du musst da nicht im Alleingang durch.

Und falls du gerade nicht in einer Krise bist, dann freue ich mich für dich. Wie schön, dass es dich gerade trägt.

Früher oder später führt jeder deiner Wege zu dir selbst.

Mitten im Wandel

Ein innerer Umbruch ist nicht nur „dein Thema“. Er ist Teil einer größeren Bewegung: weg von Angst und Dauerfunktionieren, hin zu mehr Echtheit, Verbindung und Lebendigkeit.

Und im Herzen all dessen liegt Selbstliebe als radikale Rückverbindung zu dir selbst und zwar nicht als Wellnessgefühl und nicht als „nettes Extra“. Sie ist die Bereitschaft, dich ehrlich zu sehen, dich zu halten und dich neu auszurichten.

Denn wenn sich Selbstliebe vertieft, verändert sie mehr als dein Innenleben. Sie verändert, wie du Entscheidungen triffst. Wie du arbeitest. Wie du führst. Wie du konsumierst. Wie du Grenzen setzt. Wie du liebst. Sie bringt Klarheit in Systeme, Wärme in Strukturen und Würde in Beziehungen.

Und sie beginnt ganz unspektakulär: mit dir. Mit mir. Mit der Bereitschaft, uns selbst liebevoll zu begegnen. Mitten im Chaos, mitten im Wandel.

Wenn Selbstliebe beginnt, beginnt Erinnerung: an Verbindung, an Lebendigkeit, an das, was trägt.
EinSein ist nicht etwas, das wir „machen“. Es ist da.
Und vielleicht lernen wir gerade, es wieder zu erfahren.

Du bist nicht allein.
Vielleicht warst du nie allein.
Vielleicht ist das alles der Anfang.


Manchmal hilft es, nicht allein durch diese Schwelle zu gehen. Wenn du gerade instabil bist, nutz bitte zuerst die Ampel/Notfallkontakte oben. Wenn du wieder etwas Boden hast und dir einen warmen, klaren Rahmen wünschst, kannst du hier in Ruhe schauen, ob und was zu dir passt.

Ich habe einen zweiten Beitrag geschrieben, der den größeren Kontext aufmacht, warum solche Krisen nicht nur „dein persönliches Thema“ sind, sondern auch mit unserer Kultur, Arbeitswelt und den Rahmenbedingungen von Gemeinschaft zu tun haben. Er ist für stabile Phasen gedacht.

Hier geht’s weiter: „Wenn viele wanken: Spirituelle Krisen sind auch gesellschaftlich


FAQ

Was meinst du mit „Schwellenzeit“?

Mit „Schwellenzeit“ meine ich einen inneren Umbruch, in dem das Alte nicht mehr trägt und das Neue noch nicht da ist. Das kann sich wie Leere, Orientierungslosigkeit oder ein inneres „Sterben“ alter Rollen und Selbstbilder anfühlen als Metapher für Veränderung, nicht als wörtlicher Zustand.

Ist das, was ich erlebe, eine spirituelle Krise oder eine psychische Krise?

Das kann beides sein und oft beides gleichzeitig. Du darfst es spirituell deuten, und gleichzeitig ist entscheidend, wie es auf Körper, Alltag und Sicherheit wirkt: Wirst du freier, klarer und fürsorglicher oder ängstlicher, getriebener und instabiler?

Woran erkenne ich, ob ich mir Hilfe holen sollte?

Orientier dich an der Ampel im Text: Grün heißt eher integrierbar, Gelb heißt Unterstützung kann sehr entlasten, Rot heißt bitte zeitnah Hilfe holen. „Rot“ ist vor allem dann, wenn du dich nicht sicher fühlst, bedrohliche Wahrnehmungen zunehmen, Schlaf massiv wegkippt oder Druck in Richtung Selbstschädigung entsteht. Im Zweifel: lieber Unterstützung.

Was kann ich sofort tun, wenn ich mich überfordert fühle?

Mach es klein und körpernah: Pause. Wasser. Füße auf den Boden. Lang ausatmen. Wenn du magst, nutz die kurze Anleitung im Hinweis vorab, du musst nichts „zu Ende lesen“. Stabilisierung geht vor.

Was bedeutet „Hingabe“ in diesem Beitrag und was bedeutet es nicht?

Hingabe heißt hier nicht Selbstaufgabe und nicht Hingabe an eine Autorität. Ich meine: aufhören, gegen den inneren Prozess zu kämpfen und mich gleichzeitig im Leben halten (essen, duschen, atmen, Hilfe holen, nächste kleine Handlung). Radikale Hingabe braucht Sicherheit. Wenn die fehlt: erst Erdung und Stabilisierung, dann Tiefe.

Was, wenn ich ungewohnte Eindrücke habe (Stimmen, Zeichen, „Botschaften“)?

Du kannst das spirituell oder psychologisch einordnen, aber nutz als Sicherheitscheck: Macht es dich freier, stabiler und liebevoller oder ängstlicher, getriebener und unsicher? Gibt es Möglichkeiten oder entsteht Druck? Bei Druck, starker Angst oder Schlafentzug: hol dir Unterstützung und lass dich einschätzen.

Warum empfiehlst du die 24-Stunden-Regel?

Weil Ausnahmezustände (Angst, Übermüdung, starke innere Schübe) Entscheidungen verzerren. Erst essen, schlafen, erden, mit einem Menschen sprechen und dann nochmal prüfen. Große Entscheidungen nicht aus dem Alarm heraus.

Muss ich das alles „durchhalten“ oder „richtig machen“?

Nein. Du bestimmst Tempo und Tiefe. Ein innerer Umbruch verläuft nicht linear, sondern in Wellen. Du darfst unterbrechen, überspringen, später weiterlesen und dir nur das nehmen, was dich stärkt. Wenn du akut instabil bist, nutz bitte zuerst die Ampel und die Notfallkontakte oben.

Es grüßt dich herzlich

Tanja Richter


Tanja Richter - ein Portrait

Über die Autorin:

Tanja Richter begleitet Menschen dabei, in die Tiefe ihres Wesens einzutauchen, sich selbst liebevoll zu begegnen und in Verbindung mit der geistigen Welt zu wachsen. Ihre Arbeit ist geerdet, klar und schöpft aus jahrzehntelanger Erfahrung mit schamanischen Wegen, spiritueller Praxis und innerer Meisterschaft.

Erfahre mehr über Tanja Richter und ihre Arbeit …

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